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Corporate Identity Beispiele: 7 Elemente starker Markenidentität

Was eine überzeugende Corporate Identity ausmacht – mit konkreten Beispielen, Checkliste und Tipps für KMU, die ihre Marke professionalisieren wollen.

Corporate Identity Beispiele: 7 Elemente starker Markenidentität

Was ist Corporate Identity?

Corporate Identity (CI) ist das Gesamtbild deines Unternehmens – die Summe aus Design, Kommunikation, Verhalten und Kultur. Während ein Logo nur ein visuelles Element ist, umfasst die CI alles, was deine Marke ausstrahlt.

Kurz gesagt: Corporate Identity = wie dein Unternehmen wahrgenommen wird. Nicht nur visuell, sondern an jedem Kontaktpunkt.

Corporate Identity vs. Corporate Design

Ein häufiges Missverständnis: CI und Corporate Design (CD) werden gleichgesetzt. Tatsächlich ist CD nur ein Teilbereich der CI.

EbeneWas es umfasstBeispiel
Corporate IdentityGesamtbild der MarkeAlles zusammen
Corporate DesignVisuelles ErscheinungsbildLogo, Farben, Typografie
Corporate CommunicationSprache & TonalitätWebsite-Texte, Social Media
Corporate BehaviourVerhalten & KulturKundenservice, Werte
Corporate CultureInterne UnternehmenskulturArbeitsweise, Teamwerte

Die 7 Elemente einer starken Corporate Identity

1. Logo & Bildmarke

Das Logo ist das Erkennungszeichen deiner Marke. Es muss in jeder Grösse funktionieren – vom Favicon bis zum Messestand.

Checkliste:

  • Funktioniert in Schwarz-Weiss
  • Skalierbar (von 16px bis Plakat)
  • Einprägsam und einzigartig
  • Hat Varianten (horizontal, vertikal, Icon-only)

2. Farbsystem

Farben transportieren Emotionen schneller als Worte. Ein konsistentes Farbsystem besteht typischerweise aus:

  • 1-2 Primärfarben (Haupterkennungswert)
  • 2-3 Sekundärfarben (Unterstützung & Vielfalt)
  • Neutraltöne (Grau, Weiss, Schwarz für Texte & Hintergründe)

3. Typografie

Die Schriftwahl beeinflusst, wie professionell und zugänglich dein Unternehmen wirkt. Definiere:

  • Headline-Font (Charakter, Wiedererkennung)
  • Body-Font (Lesbarkeit, Web-Performance)
  • Grössen-Hierarchie (H1 bis Fliesstext)

4. Bildsprache & Fotostil

Stockfotos ohne Richtlinie wirken beliebig. Definiere stattdessen:

  • Farbstimmung der Bilder (warm, kalt, kontrastreich?)
  • Menschen ja/nein? Wenn ja: divers, nahbar, professionell?
  • Illustrationen oder Fotos?
  • Filter & Bearbeitungsstil

5. Tonalität (Tone of Voice)

Wie spricht deine Marke? Die Tonalität zieht sich durch alle Texte – von der Website bis zur E-Mail-Signatur.

Beispiel-Dimensionen:

  • Formell ↔ Locker
  • Sachlich ↔ Emotional
  • Fachsprache ↔ Alltagssprache
  • Direkt ↔ Erzählerisch

6. Werte & Mission

Corporate Identity ohne Substanz ist nur hübsche Verpackung. Definiere:

  • Mission: Was tut dein Unternehmen? Für wen?
  • Vision: Wo wollt ihr hin?
  • Werte: Was leitet eure Entscheidungen?

7. Konsistenz über alle Touchpoints

Das wichtigste Element: Durchgängigkeit. Deine CI muss überall gleich wirken:

  • Website & Social Media
  • Visitenkarten & Briefpapier
  • E-Mails & Angebote
  • Büro & Messeauftritte
  • Verpackungen & Produkte

Corporate Identity entwickeln: 5 Schritte

Schritt 1: Analyse & Status Quo

Wo stehst du? Sammle alles, was aktuell existiert: Logo, Farben, Texte, Vorlagen. Identifiziere Inkonsistenzen.

Schritt 2: Positionierung klären

Bevor du gestaltest, kläre strategisch: Wer bist du, für wen, und was macht dich anders? Lies dazu unseren Markenpositionierung Guide.

Schritt 3: Design System aufbauen

Definiere Logo, Farben, Typografie und Bildsprache systematisch. Ein Design System sorgt dafür, dass alles zusammenpasst und skalierbar bleibt.

Schritt 4: Guidelines dokumentieren

Halte alles in einem Brand Book oder Style Guide fest. Nicht als 100-Seiten-PDF, das niemand liest – sondern als lebendiges Dokument, das dein Team nutzt.

Schritt 5: Rollout & Implementierung

Rolle die neue CI schrittweise aus: Website zuerst, dann Geschäftsausstattung, dann interne Materialien. Schulung des Teams nicht vergessen.

Häufige Fehler bei der Corporate Identity

  • Nur Logo, keine Strategie: Ein neues Logo ohne Positionierung dahinter ändert nichts
  • Inkonsistenz: Jede Abteilung macht ihr eigenes Ding
  • Trends statt Zeitlosigkeit: Trendige Designs altern schnell
  • Kein Buy-in: Wenn das Team die CI nicht versteht, wird sie nicht gelebt
  • Zu starr: Eine CI muss flexibel genug sein, um mit dem Unternehmen zu wachsen

Wann ist es Zeit für eine neue Corporate Identity?

  • Dein visuelles Erscheinungsbild wirkt veraltet
  • Du erreichst eine neue Zielgruppe
  • Nach einer Fusion oder Neuausrichtung
  • Deine Marke wird mit den falschen Werten assoziiert
  • Dein Team kann die Marke nicht konsistent umsetzen

Ein Rebranding ist kein Zeichen von Schwäche – es ist eine strategische Investition in die Zukunft deiner Marke.


Fazit

Corporate Identity ist weit mehr als ein Logo und ein Farbschema. Sie umfasst die gesamte Wahrnehmung deines Unternehmens – visuell, verbal und kulturell. Die besten Corporate Identities sind strategisch fundiert, konsequent umgesetzt und flexibel genug, um mit dem Unternehmen zu wachsen.

Der erste Schritt? Ehrlich analysieren, wo du stehst – und dann systematisch aufbauen.

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